Motopädie

Die Alfred-Herrhausen-Schule ist  in der glücklichen Lage über einen hervorragend ausgestatteten Bewegungsraum zu verfügen, der u.a. für die Motopädie genutzt werden kann. Matten, Schwungtücher, Fallschirm, Pedalos und weiteres therapeutisches Equipment ermöglichen eine fachgerechte motopädische Förderung. Eine vom Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf bezahlte Motopädin, Frau Charbel, kommt einmal pro Woche für vier Stunden in die Schule, um diese Förderung  mit ausgesuchten Kindern aus dem Primarbereich durchzuführen. In Kleingruppen und bei Bedarf in Einzeltherapie erfahren diese Kinder eine dringend erforderliche Förderung, die ergänzend oder als Ersatz für physiotherapeutische Maßnahmen regelmäßig stattfindet. Die Kinder gehen immer sehr motiviert zur Motopädin und erste Erfolge der Förderung  sind bereits nach kurzer Zeit sichtbar. Dennoch muss diese motopädische Förderung  auf einen längeren Zeitraum ausgerichtet sein. „Motopädie umfasst sowohl Mototherapie wie auch Motopädagogik. Motopädagogik als Fachgebiet der Pädagogik wird als Erziehungskonzept verstanden, welches zum Ziel hat, „Störungen motorischer„ perzeptiver und zugleich sozialemotionaler Lernprozesse vorzubeugen und Fehlentwicklungen zu verhüten“. Mototherapie ist eine meist ärztlich verordnete Behandlung. „..... Grundlage der Mototherapie ist die Einheit von Wahrnehmung, Motorik, Erleben und Handeln. Eine mototherapeutische Behandlung ist bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geboten, die aufgrund von Wahrnehmungs- und zugleich Bewegungsstörungen in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung und infolgedessen in ihrem gesamten Lern- und Sozialverhalten auffällig oder auch erheblich beeinträchtigt sind.“ 
 
Die mototherapeutische Behandlung zielt darauf ab, gestörte, beeinträchtigte oder nicht altersgemäße sensomotorische und psychomotorische Funktionen sowie situativ unangemessene Handlungen zu verbessern und zu erweitern, um somit ein adäquates Leistungs-, Bewegungs- und sozial-emotionales Verhalten zu bewirken. Mototherapie ist eine handlungsorientierte,  personenorientierte und konfliktorientierte Behandlung.  Sie arbeitet mit gezielten körper- und bewegungsbezogenen Interaktionen. Mit Hilfe des Erspürens und Erlebens des eigenen Körpers wird eine Verbesserung der eigenen Sensibilität bewirkt. „Die motopädagogische Arbeit beinhaltet die Bereitstellung von erlebnisorientierten Wahrnehmungs- und Bewegungsangeboten, die die Sinne anregen und zu vielfältigen Bewegungsformen animieren.“  Motopädie findet in der Regel in einer Klein- bzw. Kleinstgruppe oder - soweit therapeutisch geboten - als Einzelbehandlung statt. In der Gruppenbehandlung nutzt die Motopädin die Prozesse der sozialen Interaktion als therapeutisches Instrument."